Berufsorientierung

Im Schuljahr 2009/2010 starteten wir an unserer Schule mit den Montessori-Klassen. Dabei wurden einerseits die Schülerinnen und Schüler der Montessori-Klassen der Grundschule „Josef Bachlechner“ übernommen, andererseits wurden in die neuen Klassen auch „Quereinsteiger“ aufgenommen.

Der Schwerpunkt Montessori bietet unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, nach der Montessori-Pädagogik zu arbeiten: So etwa wird täglich an 2 Unterrichtseinheiten selbständig und eigenverantwortlich zu bestimmten Themen gearbeitet ("Freiarbeit"). Zudem wird großer Wert auf projektorientiertes Arbeiten gelegt (Burgerhof, Schulgarten, Waldklassenzimmer, Theaterprojekte, ...).

Lernen nach Montessori - worum geht es da?

Chi era Maria Montessori?

 Im Zentrum der Montessori-Pädagogik stehen das Individuum und die Entwicklung seiner Persönlichkeit.  Laut M. Montessori trägt jedes Kind schon bei der Geburt einen „inneren Bauplan“ in sich für seine Entwicklung, dementsprechend dessen Talente, Neigungen und Möglichkeiten im Inneren „vorprogrammiert“ sind und praktisch nur darauf warten, sich ungehindert ent-wickeln zu können. Würden die Kinder in ihrem Plan gestört, könnten Aggressionen die Folge sein.

Maria Montessori war überzeugt, dass das Kind lediglich Hilfen zur Selbstentwicklung braucht. Lehrer und Eltern sind deshalb aufgefordert, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen jeder seine Potentiale entfalten kann. 

Da der Mensch am besten lernt, wenn er aus Freude und aus Einsicht lernt und handelt, wenn er will, was er macht, ist es wichtig, das Gefühl zu haben, willkommen zu sein, aktiv zu gestalten, nicht Objekt, sondern Subjekt der Erziehung und Bildung zu sein.

„Hilf mir, es selbst zu tun“ lautet Maria Montessoris Grundsatz. 

 „Hilf mir, es selbst zu tun“ baut auf das Vertrauen, dass Kinder eine angeborene Neugier und Lernfreude und einen natürlichen Wissensdurst haben, der sich zu ganz bestimmten Zeiten, den sogenannten sensiblen Phasen, offenbart.

Sensible Phasen – Was sind das?

Sensible Phasen sind Zeitabschnitte, in denen Kinder für bestimmte Lerninhalte und für die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten besonders aufgeschlossen und empfänglich sind. In diesen Zeitfenstern zeigen sie eine besonders hohe Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit Themen und Tätigkeiten konzentriert zu beschäftigen. Aus diesem intensiven Arbeiten entstehen Begeisterung, neue Energie, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit. So gewinnt das Kind Wissen und zugleich Selbstvertrauen. 

Grundprinzipien nach Maria Montessori

Neben dem Wissenserwerb sind Selbstständigkeit und eigenverantwortliches Lernen oberste Prinzipien. In einer Welt mit ständig wachsender Informationsflut ist es wichtig, dass die Kinder lernen, sich die gewünschten Informationen zu beschaffen, sie zu beurteilen und aufzuarbeiten. Unsere Kinder sollen einen lebenslangen Lernprozess starten und als sinnvoll erleben. 

Maria Montessori setzt auf ganzheitliches Lernen. Die kognitive Bildung wird in die Persönlichkeitsbildung eingebunden.

Wichtige Bildungs- und Erziehungsziele sind:

Kinder, die glücklich werden, einander achten und ihren persönlichen Teil in der Gemeinschaft beitragen

Kinder, die Lernen als selbst gesteuerten Prozess erfahren, durch Selbsttätigkeit und selbstorganisiertes Lernen Verantwortung für sich, für andere und für ihr Tun übernehmen und Selbstwirksamkeit erfahren

Kinder, die eine immer größer werdende Unabhängigkeit von den Erwachsenen erreichen

Kinder, die soziale Grenzen erleben und lernen, ihr Verhalten angemessen zu regulieren

Kinder, die Regeln und Rituale als äußere Stützen zum Aufbau von innerer Sicherheit erleben

Kinder, die Eltern und Lehrer als liebevolle Begleiter für ihre Entwicklung erfahren und positive soziale Erfahrungen machen 

Kinder, die ganzheitlich mit allen Sinnen lernen

Kindern Aktivität zu ermöglichen, da das handelnde Lernen die dem Kind angemessenste Lernform ist und dadurch dem kindlichen Bewegungsbedürfnis entsprochen werden kann

Kinder, die in all ihren Anlagen und Begabungen (von Lernschwierigkeiten bis Hochbegabungen) und in ihren Interessen nach individuellen Gesichtspunkten gefordert und gefördert werden, sodass sie ihr bestmöglichstes Potential ausschöpfen können

Kinder, die den Umgang mit Fehlern als Fenster zum Lernen, als Lern-Chance, betrachten

Kinder, die Menschen und Natur achten, aufgeschlossen, besonnen, rücksichtsvoll, hilfsbereit und tolerant sind

Kinder mit Konflikt- und Kritikfähigkeit

Kinder mit demokratischer Urteils- und Handlungsfähigkeit

Unterrichtsformen

Der Schulalltag besteht aus Freiarbeit und gebundenem Unterricht in Kombination mit Projektarbeit, Lehrausgängen, Kontakten zu außerschulischen Einrichtungen.

Im gebundenen Unterricht erfolgen in eher lehrerzentrierter Form kurze Darbietungen und Erklärungen, Inputs und Einführungen des Kindes in neue Materialien, Themen und Medien. Hier werden Ergebnisse präsentiert, Gespräche geführt, …, z. T. wird Freiarbeit fortgesetzt.

Der Umgang mit den neuen Medien wird in die Freiarbeit integriert.

Freiarbeit– Was ist das?

Hinter der Montessori-Pädagogik steht eine kluge Kombination aus Freiheit und Anleitung.

Freiarbeit bedeutet nicht, zu tun, was man will, sondern über Selbstkontrolle und Selbstdisziplin zu verfügen. Freiheit ist gebunden an Normen und Regeln. Sie geht einher mit einer Begrenzung, die Halt und Geborgenheit gibt. Durch diese Freiräume entwickeln die Kinder Freude am Lernen, das aus eigenem Interesse und Antrieb gelenkt wird.

Das Montessori-Konzept setzt auf Selbstbestimmtheit: Freiarbeit ist eine Form des Lernens mit Arbeitsplänen, die sich an den individuellen Bedürfnissen des Lernenden ausrichtet und einen Prozess selbstständiger Arbeit ermöglicht.

Ziel der Freiarbeit

Ziel ist es, den Kindern zu ermöglichen, in ihrer Arbeit zur Polarisation der Aufmerksamkeit zu gelangen. Das gelingt einfacher, wenn sie nach ihrem Interesse und in ihrem eigenen Lerntempo lernen können und selbst Verantwortung für ihr Lernen übernehmen, indem sie ständig Entscheidungen treffen. Die Schüler lernen, sich eine Aufgabe selbst zu stellen, sich ihre Arbeit, ihren Arbeitsablauf und den eigenen Zeitplan selbst zu organisieren, sich selbst zu disziplinieren, zu kontrollieren, ihr Können und Wissen und sich selbst besser einzuschätzen. Aufgaben selbstständig zu lösen trägt in hohem Maße zur Ausbildung eines gesunden Selbstvertrauens und Selbstbewusstseins bei. Außerdem erhöht diese Arbeitsweise die Arbeitsmotivation.

Vorteile der Freiarbeit

individuelles Lerntempo: begabte Kinder können schneller arbeiten und Themen ausdehnen; schwächere Kinder können Inhalte ausführlicher vertiefen und verringern, was Erfolgserlebnisse schafft 

selbstständiges Erarbeiten, Wiederholen und Vertiefen von Unterrichtsinhalten 

selbst entscheiden dürfen, mit wem sie arbeiten, mit welchen Inhalten sie sich auseinandersetzen möchten, welches Material sie verwenden wollen, wo sie arbeiten möchten (Tisch oder Arbeitsteppich am Boden, Klasse, Nebenraum oder Gang) und welche Sozialform sie bevorzugen (allein, zu zweit oder in Gruppen, wodurch Gemeinschaft entsteht). 

Gemeinschaft

Es gilt die Gemeinschaft zu pflegen und zu vertiefen für ein vertrauensvolles Miteinander. Sie lernen, mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten, gemeinsam für ihre Arbeit Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen und Absprachen zu treffen, Regeln einzuhalten. In Teamarbeit erarbeiten sie gemeinsam Lerninhalte. Sie entwickeln Fähigkeiten, die für das heutige Leben von großer Bedeutung sind.

Wie frei ist die „Freiarbeit“?

Jeder Schüler bekommt einen Rahmen. Bei dem einen Schüler kann der Rahmen etwas enger, beim anderen viel weiter sein, je nachdem, wie verantwortungsbewusst das Kind mit Freiheit bereits umgehen kann.

Ziel ist es, möglichst selbstständig und eigenverantwortlich Themengebiete zu erarbeiten und gesteckte Lernziele selbstständig zu erreichen. Was für den einen Schüler viel Arbeit ist und ein hohes Maß an Anstrengung bedeutet, ist für einen anderen Schüler „mit links“ zu schaffen. Die Lehrperson ist dabei immer Lern- und Wegbegleiter als Gesprächspartner, Berater und Lerncoach.

Die Freiheit des einzelnen Kindes hört da auf, wo es die Freiheit des anderen beschneidet. Soziale Disziplin äußert sich als Achtung vor dem anderen und als Rücksicht auf das Recht des anderen. Die Umgangsregeln müssen eingehalten werden. Regeln geben dem Kind auch Sicherheit.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern ist begrüßenswert. Es gibt einen regelmäßigen Informationsaustausch. Wir freuen uns über engagierte Eltern, die sich im Unterricht und bei Projekten mit ihren Talenten einbringen. 

Hausaufgaben

Hausaufgaben werden nach Ermessen des Lehrerteams erteilt. Sie bestehen zum einen aus einer Weiterführung angefangener Arbeiten bzw. weiterführenden Übungen, Vorbereitungen für Präsentationen und Lernzielkontrollen.

Was bedeutet Kosmische Erziehung?

Unter Kosmischer Erziehung werden das Erkennen der Zusammenhänge und Abhängigkeiten in der Natur und dem Kosmos verstanden und das Zusammenspiel der Kräfte untereinander. Durch Sammeln von Lernerfahrungen in der freien Natur, Anlegen eines Schulgartens, Besuche auf dem „Burgerhof“ und durch Experimentieren begreifen die Kinder die verantwortungsvolle Rolle des Menschen und erkennen, wie wichtig es ist, dass die Menschheit verantwortungsvoll mit ihrer Umwelt umgeht, um das Gleichgewicht der Natur wiederherzustellen und Katastrophen wie Kriege oder anderweitige Störungen abzuwenden.

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Lernorte

Die Lehrpersonen möchten dazu beitragen, dass Schule ein angenehmer Ort ist mit entspannter Atmosphäre, gegenseitiger Wertschätzung, Anerkennung, Respekt und Achtung den Mitmenschen gegenüber, wo sich alle wohl fühlen und die den Kindern den Raum bietet, den sie zum erfolgreichen Lernen mit Freude und gesunder persönlicher Entwicklung brauchen. Die Kinder finden hier vielfältige Anregungen vor.

Es gibt eine innerschulische, vorbereitete Lernumgebung mit Arbeitsplätzen in der Klasse, in Nebenräumen, auf dem Flur, in Spezialräumen, …, und eine außerschulische Lernumgebung.

Die vorbereitete Umgebung – Was ist das?

Soll das Kind selbstorganisiert und eigenverantwortlich lernen, müssen die zu bearbeitenden Lerninhalte für Seele und Körper bereitstehen, so dass es daraus wählen kann und auf seinem eigenen Lernweg die Inhalte erarbeiten kann. 

Es handelt sich um eine Umgebung mit unterschiedlich anspruchsvollem Lehr- und Übungsmaterial, das zur Eigenbeschäftigung anregt und den Kindern Selbstkontrolle ermöglicht. Kann sich ein Schüler bei dem Angebot an Materialien nicht entscheiden, bieten die Lehrpersonen Hilfestellungen und verringern die Auswahl, sodass eine Wahl leichter getroffen werden kann. Es gibt auch Schüler, bei denen es für den individuellen Lernfortschritt nötig ist, klare gemeinsame Absprachen zu treffen, um ein sinnvolles Lernen zu ermöglichen.

Die Kinder sind angehalten, diese Lernumgebung in Zusammenarbeit mit der Lehrperson zu pflegen und für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Über die äußere Ordnung gelingt es, innere Ordnung zu entwickeln.

Die Montessori – Arbeitsmaterialien

Anschauliche und begreifbare Materialien in offenen Regalen und Schränken, nach Sach- bzw. Fachbereichen geordnet laden die Schüler zum selbstmotivierten Lernen ein.

Sie unterstützen alle Phasen des Lernprozesses über das Tun vom handelnden, ausprobierenden Umgang zum grundlegenden Verstehen bis zur Abstraktion.

Es werden möglichst viele Sinne angesprochen, um durch konkretes Handeln ein möglichst ganzheitliches Lernerlebnis zu ermöglichen und die Sinne zu schulen. 

„Die Arbeit des Geistes muss stets durch die Arbeit der Hände begleitet werden“.

Die Kinder bewegen sich leise im Raum, verständigen sich nach Möglichkeit im Flüsterton

Das Kind kann nach einer Einführung in die Arbeitsmaterialien durch die Lehrkraft bzw. einer Anleitung (ohne sie herrscht Chaos statt Konzentration) selbstständig arbeiten und sich aufgrund einer vorhandenen Fehlerkontrolle selbst überprüfen.

Selbstkontrollen

Selbstkontrollen ermöglichen dem Kind unabhängiger von der ständigen Kontrolle und Rückversicherung durch die Lehrpersonen zu werden. Außerdem leistet die Selbstkontrolle einen wesentlichen Beitrag in der Erziehung zur Selbstständigkeit und Unabhängigkeit vom Erwachsenen, führt zu Eigenverantwortlichkeit und Genauigkeit. Das Kind erlangt mehr Selbstbewusstsein und macht Fortschritte.

Wie werden Lernfortschritte dokumentiert?

Noten stehen der Montessori-Pädagogik zwar entgegen, sind aber in einer staatlichen Schule vorgesehen.

Zwischen den Schülern soll nicht verglichen werden, jeder lernt für sich und wird zu seinen persönlichen Höchstleistungen ermutigt; sie erhalten eine Rückmeldung über ihre Arbeit und Arbeitsweise. Auf die Wortwahl wird ein besonderes Augenmerk gelegt, denn die Beurteilung soll ermutigen. Erfolge und Gelungenes werden gewürdigt, noch vorhandene Lücken wahrgenommen und zu schließen versucht. Erlebte Misserfolge sollen nachhaltig abgebaut werden können. 

Klassenübergreifender Unterricht

So können Kinder untereinander in einer besonderen Art und Weise voneinander lernen. Die Kleinen lernen von den Großen und die Großen erleben sich als Wissende. 

Und wenn ein Kind einmal keine Lust hat?

Die Jugendlichen erleben in dieser Zeit die Entwicklung vom Kind-Sein zum Erwachsen-Werden – mit all seinen spezifischen Unsicherheiten und seiner Ich-Findung. Dieser besonderen Lebens- und Lernsituation möchten wir gerecht werden und mit Verständnis begegnen. Befindlichkeiten und Gefühle der Kinder werden respektiert: Es gibt Tage, an denen man (Kinder und Erwachsene) sich nicht gut fühlt, eine Auszeit benötigt oder nicht aufnahmefähig ist. Nach kurzen Pausen oder einem guten Gespräch wird die Arbeit wieder aufgenommen.

In den Stilleübungen findet das Kind auch wieder zu innerer Ruhe und zur Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

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Erdkinderplan

Maria Montessori sieht für die 12- bis 15-jährigen Jugendlichen eine spezielle Form des Lernens und Erfahrens in ihrem „Erdkinderplan“ vor. In einer staatlichen Schule ist er nicht 1:1 umsetzbar; es werden aber viele Möglichkeiten genutzt, außer Haus Unterricht zu gestalten.

Der Erdkinderplan ist ausschließlich praxisorientiert und ermöglicht den Jugendlichen ein Höchstmaß an Selbstbestimmung und Verantwortung. Es handelt sich um eine „Erfahrungsschule“, in der die Jugendlichen hauptsächlich körperlichen Tätigkeiten nachgehen und ganz unmittelbar Lebenserfahrungen sammeln.

Die „Vorbereitete Umgebung“ für Jugendliche besteht demnach aus einem Lebensraum, der sowohl die Natur als auch die Kultur als Übungsfeld sehen, in dem sich der Jugendliche beweisen und verdient machen kann.

Im ländlichen Raum können die Jugendlichen in der Landwirtschaft, im Handwerk, in der Gastronomie und ähnlichen Bereichen ihre Begabungen entdecken und ihre Fähigkeiten erproben.

Hier können die Jugendlichen erstmals ihre Wirksamkeit in der Gesellschaft erproben und lernen im geschützten Rahmen und im kleinen Bereich ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen.

Montessori verstand den Erdkinderplan als eine Erfahrungsschule des sozialen Lebens, in der sowohl die Selbsterfahrung als auch intensive Gemeinschaftserfahrungen ihren Platz haben.

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Unterricht nach Maria Montessori an unserer Mittelschule

Wir Lehrpersonen der Montessori Klassen sehen es als unsere Aufgabe, eine Brückenfunktion einzunehmen, zwischen schulischen Lernprozessen, der Vermittlung von Abschlussqualifikationen und der Befähigung zur Mitgestaltung der zukünftigen Gesellschaft. Ein zentrales Anliegen ist für uns nachhaltiges Lernen. Nachhaltigkeit bezieht sich hierbei auf die Fähigkeit, das, was in der Schule gelernt wurde, auch in die Praxis transferieren zu können und dauerhaft für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen abrufbar zu haben. 

Um Schüler*innen persönlich zu begleiten, sie auf das Leben vorzubereiten und ihnen gute Qualifikationen für die weiterführenden Schulen mitzugeben, stützen wir uns auf folgende Säulen:

  • tägliche zweistündige Freiarbeit: durch freie Auswahl von Materialien, Präsentationsformen und Erarbeitungsstrategien innerhalb bestimmter Rahmenbedingungen übernehmen Lernende Verantwortung für ihr Lernen und bestimmen mit, wenn es um ihre Lernfortschritte geht. 
  • fächerübergreifender Unterricht auch in Form von größeren und kleineren Projekten als fixer Bestandteil der Unterrichtstätigkeit, bei welchen Jugendliche Verantwortung beweisen müssen und selbstwirksam tätig sein können. 
  • freie Wahl des Lernpartners und des Arbeitsplatzes für verantwortungsvolle Schüler*innen 
  • kompetenter Umgang mit modernen und digitalen Lernelementen
  • Lehrperson als Lernbegleiter und nicht als “Quelle des Wissens”

Rolle des Lehrers

  • enge Zusammenarbeit des Lehrerteams für die Betreuung der Schüler*innen
  • Schulung der Kritikfähigkeit (angemessene Kritik geben und selber mit Kritik umgehen können) in der Gemeinschaft, um so über sich selber hinauswachsen zu können. 
  • Einsatz geeigneter Rückmeldesysteme ohne die Verwendung von

Bewertung und Lernziel-Kontrollen

Maria Montessori hatte eine klare Vision von Bildung für Heranwachsende in der Pubertät. Selbst wenn man ihrer radikalen Abkehr von Elternhaus und Familie in einer staatlichen Schule nicht folgen kann, so kann man nichtsdestotrotz den Grundgedanken der Selbstwirksamkeit und der persönlichen Entfaltung umsetzen. 

In der von Unsicherheiten und Umbauten geprägten Zeit der Pubertät rücken für Jugendliche schulische Inhalte in den Hintergrund. Die Findung des Selbst, das Reifen der eigenen Persönlichkeit durch Leben in der Gemeinschaft und mit Freunden rücken in den Vordergrund. Oft ist dieser Prozess von Unsicherheit und einem negativen Selbstwertgefühl begleitet, das bei Lernrückständen in der Schule schnell zur Resignation führen kann. Es gilt, den Selbstfindungsprozess zu fördern und Jugendliche darin zu unterstützen, sich zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft zu entwickeln. 

Dies versuchen wir umzusetzen, indem wir folgende, für Heranwachsende zentrale Lebensthemen bei der Gestaltung des Unterrichts in Betracht ziehen:

  • Ein zentrales Thema für Jugendliche ist die Frage nach dem Sinn (des Lebens, des Selbst). Besonders in der Schule hinterfragen sie die Sinnhaftigkeit des Lernstoffes und des Lernens an sich. Es gilt eine Verbindung zu schaffen und aufzuzeigen, was das Gelernte mit ihnen persönlich zu tun hat. 
  • Lernen bedeutet immer Sinn stiften. “Sinn” ist aber niemals gegeben, sondern muss gefunden werden (Viktor E. Frankl) und ist für jeden Menschen mit seiner individuellen Biographie anders. Dies geschieht durch die intensive Auseinandersetzung mit den Lerninhalten und die Vertiefung von Interessensgebieten. Emotionen spielen dabei eine wesentliche Rolle (die Haltung der Lehrperson, Freude an der Arbeit, sich Wohlfühlen in der Lernumgebung). Durch Zusammenarbeit mit Lernpartnern und der Lehrperson als Begleiter rücken die Jugendlichen mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Suchen in den Vordergrund.
  • Die Jugendlichen wollen ein wirkungsvolles, vollwertiges Mitglied der Gesellschaft werden. Dafür müssen sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dies können sie nur, indem sie Erfahrungen sammeln und selbstwirksam werden. Dabei werden sie vom Lehrerteam gefördert und gefordert. Es werden hohe Ansprüche an sie gestellt und Schüler*innen machen auch die Erfahrung, dass man ihnen die Bewältigung derselben zutraut.

Jugendliche wollen ernst genommen werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Lehrpersonen Schüler*innen in ihrer Ganzheit betrachten und sie als Mensch mit Stärken, Schwächen, Vorlieben und eigenen Interessen sehen und sie fördern und fordern. Will man ernst genommen werden, hat man seinen Beitrag zu leisten, Regeln, Termine und Vereinbarungen einzuhalten und Verantwortung für sein eigenes Lernen zu übernehmen.

Projekte und Lehrausgänge

Theaterprojekt

Fixer Programmpunkt eines jeden Schuljahres ist das mehrsprachige Theaterprojekt. Ein externer Regisseur arbeitet eine Woche lang mit der Klasse. Texte, Musikstücke und Tänze werden einstudiert und Kostüme anprobiert. Die Texte wechseln zwischen den Sprachen Englisch, Italienisch und Deutsch. Die Theaterwoche findet ihren Abschluss in mehreren Schülervorstellungen und einer Aufführung für die Eltern.

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Waldklassenzimmer

Einmal im Jahr wird das Klassenzimmer einen Tag lang in die Natur verlegt und der Unterricht findet unter freiem Himmel statt. Die Themenschwerpunkte werden jedes Jahr neu festgelegt. An verschiedenen Stationen haben die Schüler*innen die Möglichkeit selbsttätig zu werden und ihr Wissen zu erweitern. Teilweise werden auch Experten eingeladen, die interessante Inputs geben.

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Schulgarten

Die Mittelschule Röd verfügt über einen sehr schönen und großen Schulgarten. Die Schüler*innen arbeiten im Frühjahr und Herbst immer wieder im Garten und beobachten das Wachstum der Pflanzen von der Aussaat bis zur Ernte. Die geernteten Produkte werden in der schuleigenen Küche verarbeitet und gemeinsam verkostet.

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Burgerhof

Seit den Anfängen des Burgerhofes sind die Schüler*innen regelmäßig zu Gast auf Burg. Jedes Jahr werden neue Initiativen in Zusammenarbeit mit dem Burgerhof geplant. Die Schüler*innen des Montessorizuges waren die ersten, die im Schlafsaal des Burgerhofes übernachten durften.

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Gemellaggio

In Zusammenarbeit mit einer Klasse der italienischen Mittelschule in Bruneck beschäftigen sich die Schüler*innen mit Themen aus den Bereichen Mikroskopieren, Erste Hilfe und Astronomie. In verschiedenen Stationen arbeiten Schüler*innen der deutschen und italienischen Schule zusammen, unterstützen sich gegenseitig und erfahren Lerninhalte in den Sprachen Deutsch und Italienisch.

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Teeküche

In den Wintermonaten ist die Teeküche bereits zur Tradition geworden. Jeweils zwei Schüler aus unterschiedlichen Klassenstufen bereiten gemeinsam einen köstlichen Tee für alle Montessorischüler zu und sorgen am Unterrichtsende auch für das Aufräumen und Abspülen.

Im Schuljahr 2009/2010 starteten wir an unserer Schule mit den Montessori-Klassen. Dabei wurden einerseits die Schülerinnen und Schüler der Montessori-Klassen der Grundschule „Josef Bachlechner“ übernommen, andererseits wurden in die neuen Klassen auch „Quereinsteiger“ aufgenommen.

Der Schwerpunkt Montessori bietet unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, nach der Montessori-Pädagogik zu arbeiten: So etwa wird täglich an 2 Unterrichtseinheiten selbständig und eigenverantwortlich zu bestimmten Themen gearbeitet ("Freiarbeit"). Zudem wird großer Wert auf projektorientiertes Arbeiten gelegt (Burgerhof, Schulgarten, Waldklassenzimmer, Theaterprojekte, ...).

Hier gibt es einen Rückblick auf einige Tätigkeiten des vergangenen Schuljahres.

Schulsprengel Bruneck 1 - Josef Ferrari Straße 14 - 39031 Bruneck (BZ) - Tel. 0474 555 997 - Fax 0474 555 114 - E-mail: ssp.bruneck1@schule.suedtirol.it - Zertifizierte Email Adresse: SSP.Bruneck1@pec.prov.bz.it - Steuernummer: 9202 239 021 2 - Bankverbindung: Raika Bruneck IBAN: IT 87 I 08035 58242 000300224294
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